Strand, Himmel, Meer und weite Landschaft

Fast jeder Urlauber fährt wegen der unendlich langen Strände in unser nördliches Nachbarland. Die Entwicklung von Dänemark zunächst von einem eher zurückgebliebenen Agrarland zu einem Produktionsstandort mit intensiver Landwirtschaft hat sich seit der Jahrtausendwende massiv geändert. Noch vor 50 Jahren wurden Senken trockengelegt, damit sie einer landwirtschaftlichen Nutzung zugeführt werden konnten. Nun dreht sich das Ganze: Man sieht viele Brachflächen und es entstehen Wasserflächen, wo in Zeiten vorindustrieller Landwirtschaft schon immer Wasserflächen die Landschaft geprägt haben.

Der Himmel über diesen Wasserflächen ist fest in der Hand aller möglicher Vögel. Gegen das Insektensterben entstehen aktiv Grün- und Blühstreifen und die Natur darf sich an vielen Stellen uneingeschränkt entwickeln.

In besonders unberührten Naturflächen wurden Nationalparks ausgewiesen. Zwei befinden sich an der Nordsee, einer in der an die Alpenlandschaft erinnernden Mols und zwei weitere unweit der Hauptstadt Kopenhagen auf Seeland.

  • Nationalpark Thy
  • Unesco Welterbe und Nationalpark Wattenmeer
  • Nationalpark Mols Bjerge
  • Nationalpark Skjoldungernes Land
  • Nationalpark Nordseeland der Könige

Die Nationalparks eint die Weite und die nahezu unberührte Natur. Wasser spiel in allen Parks eine große Rolle; entweder weil die Parks im/am Meer liegen oder wegen der Wasserflächen innerhalb der Parks. Mols Bjerge fällt ein bisschen aus dem Rahmen, denn "Bjerge" heißt "Berge" und die Landschaft ist nach dänischen Maßstäben tatsächlich bergig. Ein Vorteil wenn man an die Ferienhäuser denkt, die dort häufiger mit Meerblick anzutreffen sind.

Natürliche Bachläufe

Achte mal darauf, wenn du durch Dänemark fährst: Nicht nur die Fjorde dürfen in ihrem natürlich enstandenen Bereich bestehen bleiben, sondern auch Bäche und Flüsse wurden in der Regel nicht begradigt. Dieser Schatz wird bewahrt und bietet der Tier- und Pflanzenwelt allerbeste Bedingungen.

Wald in Dänemark

Urwüchsige Wälder mit großen, alten Bäumen findest du tatsächlich seltener in Dänemark. Die Wikinger und der ständige Wind haben die vormals großen und hohen Waldgebiete ein Stück kürzer und kleiner gemacht. Riesige Wälder wie in Deutschland, in den Mittelgebirgen oder den Alpen findest du in Dänemark nicht und wenn, dann eher an der südlichen Ostküste und im Landesinneren.

Verschiedene Waldformen

Eine besonders schöne Waldatmosphäre mit älterem, lichten Laubwald an zum Meer hin abfallendem Gelände findest du südlich von Kolding, z.B. am Kleinen Belt und in Sundeved. Eher mediterranes Flair mit Kiefern bis an den Sandstrand heran findest du im Süden von Bornholm, auf Nordseeland und in Marielyst. In der Jammerbucht ist der Bewuchs von niedrigen, vom Wind geknebelten Sanddornbüschen und Kiefern geprägt.

Elche, Wildpferde, Wölfe und andere Vierbeiner

Ja, es gibt Elche in Dänemark - sie sind mit viel Glück im Naturschutzgebiet Lille Vildmose in der Aalborg Bucht zu beobachten. Rotwild-Herden, Füchse, Hasen und Fasane sind fast überall in der Landschaft - vor allem zu Beginn der Dämmerung zu beobachten. Ein besonderes Erlebnis stellt auch die Beobachtung von Wildpferden, z.B. im die Exmoor-Ponys im Süden von Langeland und auch bei Marielyst sind Pferde, die sich weitgehend selbst überlassen werden, um eine natürliche Pflege der Landschaft zu ermöglichen.

Wolfsrudel haben mittlerweile von der ganzen Nordseeküste Besitz genommen. Auch in Dänemark ruft ihr Auftauchen nicht bei allen Bewohnern Begeisterung hervor. Es ist jedoch unstrittig, dass sie zum Erhalt einer gesunden Wildpopulation beitragen. Am ehesten hast du die Chance, auch tagsüber zwischen Blåvand und Nymindegab, südlich des Nissum Fjordes bei Vester Husby, in Thy oder südlich von Hirtshals ein Tier oder gleich eine ganze Familie zu entdecken.

Invasive Arten wie Marderhunde und Minks, die Amerikanische Version des heimischen Europäischen Nerzes, sind nicht so gern gesehen. Man versucht die Bestände zu regulieren, um verbliebene heimische Arten zu schützen.

Naturnahe Wildparks

Während Zoos und Safariparks genauso wie auch in Deutschland gerne exotische Tiere präsentieren zeigt sich sehr naturnah der Skandinavische Tierpark auf der Halbinsel Djursland in der Nähe von Ebeltoft. Dort bekommt man einen guten Eindruck von verschiedenen, ursprünglich in Skandinavien beheimateten Tieren wie Wölfen, Rentieren und Eisbären in einer weitestgehend natürlichen Umgebung.

Renaturierung und Dänemarks ambitionierter Plan gegen die Sandflucht und für die Aufforstung

Der Begriff Sandflucht (Sandflugt) beschreibt die Bewegung von Sanddünen und die damit verbundenen Probleme. Wanderdünen wurden durch starke Winde und menschliche Aktivitäten wie Abholzung und Überweidung verursacht. In der Vergangenheit mussten dadurch ganze Dörfer in Dänemark aufgegeben werden, da sie von Wanderdünen verschüttet wurden.

Heute sind die meisten dänischen Dünen unter Schutz gestellt und es werden Maßnahmen ergriffen, um die Auswirkungen der Sandflugt zu minimieren. Dünenpflanzen wie Strandhafer sowie das Anlegen von Dünenwällen und Gräben minimieren den Sandflug. Darüber hinaus gibt es auch Initiativen zur Wiederherstellung von Dünen und zur Schaffung von Lebensräumen für bedrohte Arten wie den Dünenfuchs.

Die Sandflucht ist eine große Herausforderung für Dänemark, es gibt Denkmäler und Ausstellungen zu diesem Thema und in der dänischen Bevölkerung ist man sich der Herausforderungen bewusst. Es werden weiterhin Anstrengungen unternommen, um die Auswirkungen zu minimieren und die einzigartigen Dünenlandschaften des Landes zu erhalten. Zudem fanden im Landesinneren langfristig angelegte Aufforstungsmaßnahmen statt. Das großflächige Abholzen fand dabei schon vor langer Zeit statt, denn die Wikinger nutzten Holz für den Bau von Schiffen, Häusern, Brücken und anderen Strukturen sowie für die Herstellung von Werkzeugen und Waffen.

Die große Nachfrage nach Holz führte zu einem intensiven Abholzen der Wälder in Dänemark und anderen Teilen Skandinaviens. Es wird angenommen, dass die Wikinger und frühe Siedler auch durch Brandrodung neue Ackerflächen gewonnen haben. Das Ergebnis war, dass große Flächen von Wäldern in Dänemark und anderen Teilen Skandinaviens verschwanden.

Ab dem späten 19. Jahrhundert begann eine kommerzielle Aufforstung. In Plantagen wurden Bäume angepflanzt, um den Sand aufzuhalten. Vor dieser Zeit wurden Bäume in Dänemark hauptsächlich für Brennholz und Bauholz in Wäldern geschlagen. Heute gibt es in Dänemark jedoch eine starke Nachhaltigkeitsbewegung, die sich auf die Wiederherstellung von Wäldern und den Schutz von Naturschutzgebieten konzentriert, um die Auswirkungen der Abholzung und Brandrodung zu minimieren.

Die ersten kommerziell betriebenen Baumschulen in Dänemark wurden im Jahr 1870 gegründet und begannen damit, Bäume für die Holzproduktion in großen Mengen anzubauen. Zu dieser Zeit konzentrierte sich die Forstwirtschaft in Dänemark hauptsächlich auf die Produktion von Nadelholz, da dies schnell wachsende Baumarten sind, die sich gut für die kommerzielle Produktion eignen.

Heute ist Dänemark ein wichtiger Produzent von Holzprodukten und hat eine der höchsten Baum-Pflanz-Raten in Europa.

Naturschutz und nachhaltige Landschaftsgestaltung

Dänemark setzt sich aktiv für die Renaturierung seiner Landschaften ein, um die biologische Vielfalt zu fördern und geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen. Durch gezielte Maßnahmen werden Feuchtgebiete, Moore und Küstenregionen revitalisiert, sodass natürliche Lebensräume für Pflanzen und Tiere zurückkehren können.

Ein besonders erfolgreiches Projekt ist die Wiederherstellung der Mitte des letzten Jahrhunderts trockengelegten Feuchtgebiete, die für landwirtschaftliche Nutzung gewonnen werden sollten. Die Erträge waren geringer aufgrund häufiger Überschwemmungen und die Artenvielfalt litt. Durch Renaturierungsmaßnahmen wie die Wiederanbindung von Feuchtgebieten wird das natürliche Gleichgewicht wiederhergestellt. Dadurch profitieren Fischbestände, Vogelarten und Amphibien, während gleichzeitig der Wasserhaushalt stabilisiert wird.

Ein weiteres bedeutendes Projekt ist der Schutz der Küstenregionen. Dänemark setzt auf naturnahe Küstenschutzmaßnahmen wie die Wiederansiedlung von Dünenvegetation und den kontrollierten Rückbau von Küstenbefestigungen, um natürliche Sanddynamiken zu fördern. Dies stärkt nicht nur den Küstenschutz, sondern schafft auch wertvolle Lebensräume für Vögel und Insekten.

Die Renaturierung in Dänemark zeigt, wie gezielte Naturschutzmaßnahmen das ökologische Gleichgewicht verbessern und die Landschaft langfristig widerstandsfähiger machen können. Gleichzeitig profitieren Mensch und Natur gleichermaßen von einer gesunden, nachhaltigen Umwelt.

Blumen, Pflanzen und Kleingewächse

Die Artenvielfalst zeigt sich manchmal erst beim näheren Betrachten. Und man versucht aktiv auch im Pflanzenreich invasive Arten im Zaum zu halten. So müssen z.B. Heckenrosen in den küstennahen Gebieten entfernt werden, weil sie die natürlichen Gewächse wie Dünengras verdrängen. Gleichzeitig gibt es Aufforstungsaktionen in den Dünen mit Dünengras.