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Was wollten die Slawen uns damit sagen?

"Priwall" - warum ein Land, ein Ort oder eine Stelle so benannt wurde, wie sie es eben wurde, diese Überlegung stellt Sprachwissenschaftler gestern wie heute so manches Mal vor ein Rätsel. Nicht immer liefert die Etymologie, also die Wissenschaft zur Erforschung von Herkunft und Bedeutung der Wörter, ganz klare Hinweise, was dem Namensgeber bei der Benennung wirklich als Aussage vorschwebte. Vor allem, weil im Laufe der Jahrhunderte natürlich auch diverse Veränderungen in Schreibweise und Phonetik stattfanden.

Priwall - ein seltsamer Name

So in etwa muss es auch der Halbinsel Priwall ergangen sein; verschiedenen Quellen zufolge wird die erste Nennung mit „priwolc“ auf das Jahr 1226 datiert, manche Historiker allerdings verwenden den Namen „priwole“, was dem heutigen Inselnamen zumindest schon ziemlich nahe kommt. Es folgten in der weiteren sprachlichen Entwicklung „Priwalk“, „Prewloca“ sowie „Prywalke“, kein Name hielt sich dabei länger als maximal ein halbes Jahrhundert. Bei all den wechselnden Namensvarianten sind sich fast alle Sprachwissenschaftler aber dennoch einig, dass der heutige Name „Priwall“ eindeutig slawischen Ursprungs ist und so viel wie „Landenge zwischen zwei schiffbaren Flüssen“ bedeutet – bezugnehmend auf die Trave und die Pötenitzer Wiek.

Weitere Namensdeutungen

Es gibt allerdings auch eine andere Forscher-Meinung, die besagt, dass der ursprüngliche Name mit „Stelle, an der man Schiffe an Land zieht“ übersetzt werden müsste und noch eine weitere Expertenaussage lautet: „Schleifweg für Schiffe“. Beide Erklärungen lassen allerdings vermuten, dass die Travemündung im Laufe der letzten Jahrhunderte einmal total zugesandet sein musste, also blockiert war, sodass Schiffe auf ihrem Weg nach Lübeck über den Priwall gezogen wurden. Eine Abwandlung der Spekulation gibt es hierbei aber natürlich auch noch: sie besagt, dass die Travemünder Fischer nach getanem Fischfang ihre Boote auf den Priwall zogen und dort lagerten, weil die Liegeplätze in der Vorderreihe immer von den Handelsschiffen belegt waren. Genügend Raum für sprachliches Rätselraten gibt die Halbinsel Priwall also auch heute noch.

Die Halbinsel zwischen den Bundesländern

Zu Zeiten der zweiten Gründung von Travemünde im 12. Jahrhundert war der Priwall vermutlich noch eine Insel mit dünenartiger Landschaft und flachem Strandbereich. Eine Flachwasserzone verband den Priwall zudem mit Mecklenburg, lag also in der Ostseemündung der Trave direkt zwischen zwei Ländern. Und eben diese Lage sollte in den kommenden Jahrhunderten immer wieder für Spannungen sorgen, die im 13. Jahrhundert ihren Anfang nahmen, als durch mehrere Sturmfluten der Priwallhals mit seiner Flachwasserzone hinweg gespült wurde und gleichzeitig eine neue Verbindung zur Pötenitzer Wiek entstand. Ein zweiter Hafen-Zugang hätte jedoch strategische Nachteile bedeutet, sodass rasch eine dauerhafte Landverbindung nach Mecklenburg mittels eines Steindamms geschaffen wurde.

Durch Kaiser Friedrich II. erhielt jedoch die Stadt Lübeck im Jahr 1226 die Rechte an Travemünde sowie dem Priwall und als wäre die Situation mit Mecklenburg, das ja eine feste Verbindung zum Priwall besaß, nicht schon schwierig genug gewesen, kam es auch noch mit dem Grafen von Holstein immer wieder zu Kämpfen; denn wer die Herrschaft über die Travemündung hatte, der kontrollierte auch den Seehandel. Zunächst konnte sich der Graf von Holstein gegenüber Lübeck tatsächlich durchsetzen, aber um den immer wiederkehrenden Spannungen Einhalt zu gebieten, schlossen beide Parteien im Jahr 1307 schließlich einen Friedensvertrag. Rund zwei Jahrzehnte später kaufte die Stadt Lübeck ganz Travemünde und den Priwall vom derzeit regierenden Grafen von Holstein und bekam somit die vollständige Kontrolle über den Hafen und den Seehandel.

Es ist allerdings nicht verwunderlich, dass Mecklenburg durchweg ebenfalls Anspruch auf die Halbinsel Priwall erhob, besonders im 15. und 16. Jahrhundert kam es deswegen immer wieder zu Streitigkeiten mit der Stadt Lübeck. Da allerdings keine Seite an einer Verschärfung des Konflikts interessiert war, nutzten einfach beide Parteien den Priwall als Weidefläche. 1803 schließlich kam es zu Verhandlungen zwischen der Hansestadt Lübeck und Mecklenburg-Schwerin und infolge des Reichsdeputationshauptschlusses verzichteten die Herzöge von Mecklenburg auf den Priwall, erhielten aber im Gegenzug einige Lübecker Dörfer. Da die Besitzansprüche nun endgültig geklärt waren, stand einer geplanten Entwicklung des Priwalls nichts mehr im Wege.

Wie aus Kohle und Cholera der Badetourismus entstand

Landwirtschaftlich ließ sich auf dem Priwall allerdings nicht allzu viel machen, denn der Boden war unfruchtbar. Daher wurde bereits im Jahr 1815 mit ersten Aufforstungen im mittleren Bereich der Halbinsel begonnen, auch nahm die Dampfschifffahrt nach Travemünde immer mehr zu, sodass 1834 auf dem Priwall einen Kohlenlagerstätte bzw. ein Kohlenhof errichtet wurde. Außerdem entstanden nur vier Jahre später ein Wirtshaus an der Priwall-Fähre und eine Heringssalzerei an der Pötenitzer Wiek.

Da der Priwall landschaftlich schon immer reizvoll war und schöne Strandabschnitte besitzt, wurde im Jahr 1847 die erste See-Badeanstalt auf der Halbinsel eröffnet. Allerdings brach nur ein Jahr später die Cholera in Travemünde aus und auf dem Priwall wurde ein Cholera-Lazarett eingerichtet, was den Badetourismus erst einmal für Jahre lahmlegte. 1879 aber nahm der Badebetrieb in großem Umfang zu und schon ein Jahr darauf erhielt der Priwall die ersten einfachen Unterkünfte für bedürftige Familien, die der Verein für Ferienkolonien baute. Auch fanden ab 1884 Pferderennen durch den Lübeck-Travemünder-Rennclub im nordwestlichen Bereich von Priwall, hinter der Südermole, statt. Da im Jahr 1898 in Travemünde die Kurtaxe eingeführt wurde, legte der Badetourismus auf dem Priwall noch einmal mehr zu und wurde für Urlauber als Ausflugsziel immer attraktiver.

Aber nicht nur der Tourismus entwickelte sich auf der kleinen Halbinsel rasant, mit der Schlichting-Werft zog im Jahre 1905 auch ein aufstrebendes Unternehmen auf den Priwall. Die Nachfrage nach Segelyachten und Fischerbooten stieg zu dieser Zeit stark an und ab 1954 kam schließlich der Eisenschiffbau hinzu, sodass die Schlichting-Werft bereits im Jahr 1978 rund 800 Ingenieure und Facharbeiter beschäftigte. Trotz dieser unternehmerischen Erfolgs ging die Werft 1987 bedauerlicherweise in Konkurs und nahm so viele Arbeitsplätze mit sich von der Halbinsel. Bis zum Jahr 1939, also bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, erlebte der Priwall sowieso recht wechselhafte Seiten, so gab es zwischenzeitlich eine Flugzeugwerft mit angeschlossener Fliegerschule, der „Verein der Naturfreunde“ erhielt ein Gelände zum Gebäudebau, die ersten Sommerhäuser entstanden und eine Jugendherberge wurde aufgebaut. Einzig der Tourismus konnte allerdings auch nach den harten Jahren des Krieges erneut Fuß auf der Halbinsel fassen.

Abenteuerliche Fährfahrten und stolze Passat

Was definitiv nicht fehlen darf, wenn es über den Priwall geht: die Priwallfähren. Die Verbindung zwischen der Halbinsel und Travemünde gehört tatsächlich zu den ältesten Schiffsverbindungen Norddeutschlands, denn sie besteht bereits seit dem 13. Jahrhundert. Schon zu dieser Zeit wurden zwei Fähren regelmäßig eingesetzt, um Waren aus Mecklenburg nach Travemünde und Holstein zu transportieren. Das war die Hauptaufgabe dieser Schiffsverbindung, da die Travemünder Landwirte die Fähren nur selten nutzten, um ihr Vieh auf die saftigen Weiden auf den Priwall zu bringen; dafür wurde eher ein Kahn benutzt. Bis Mitte des 19. Jahrhundert musste dem Fährmann vom Ufer des Priwalls zugerufen werden, um die Priwallfähre in Bewegung zu setzen. Da die Rufe vor allem bei Regen und Sturm allerdings öfters überhört wurden, wurde schließlich eine Fährglocke eingeführt, die sogar noch im Jahr 1910 auf der Priwallseite an einem Holzpfahl hing. Da Ende des 19. Jahrhunderts der Badetourismus regelrecht explodierte, wurde 1898 eine zweite Fährverbindung eingerichtet - und die Norderfähr, oder auch „Kleine Priwallfähre“ genannt, tuckert tatsächlich auch heute noch in den Sommermonaten von einem Ufer zum anderen.

Die Fährfahrt an sich ist also schon einen Ausflug wert, aber warum dann nicht gleich auch noch ein über die Landesgrenzen hinaus berühmtes Schiff besichtigen? Im Passathafen auf dem Priwall ist schließlich die Viermastbark Passat dauerhaft vor Anker gegangen, um heute als Museumsschiff Besucher jeden Alters mit auf eine Seereise zu nehmen, ohne dabei den Hafen verlassen zu müssen. Schon längst ist die Passat ein Wahrzeichen für die Halbinsel geworden und präsentiert sich dank liebevoller Restaurierung auch heute noch in voller Pracht, beherbergt drei Veranstaltungsräume, 98 Kojen und ein Standesamt.

Einst zählte sie zu den legendären Flying-P-Linern der Hamburger Reederei Laeisz, die als Getreide- und Salpeter-Transporter im Jahre 1911 erbaut wurde und bis ins Jahr 1959, als die Hansestadt Lübeck den Denkmalschutz aussprach, 39 Mal Kap Hoorn umsegelte und zweimal die Welt umrundete. Der Passathafen ist übrigens auch Teil des Yachthafens, hier können in der Segelsaison zahlreiche Boote und Yachten zusätzlich bestaunt werden.

Ein Herz für Urlauber: das Resort BeachBay Travemünde auf dem Priwall

Der Priwall war, wie bereits erwähnt, schon die letzten zwei Jahrhunderte ein beliebtes Ausflugsziel für Erholungsuchende und Badefreunde; was im 20. Jahrhundert allerdings lediglich mit vereinzelten Ferienhäusern begann, wird seit dem Jahr 2020 in großem Stil aufgezogen: das Resort BeachBay Travemünde bietet auf einer Fläche von rund 61.000 m² über 680 Ferienhäuser und Ferienwohnungen im nordischen Stil, entweder skandinavisch verspielt oder im modernen Clean Chic gehalten und wer hingegen Liebhaber von All Inclusive ist, der kann dafür im schicken "Slow Down"-Hotel einchecken. Da sich alle Unterkünfte in Strandnähe befinden, ist ein Blick aufs Wasser beinahe schon Standard und das Gelände hält für Feriengäste sowie Ausflügler wirklich allerlei bereit, was für Urlaubsfeeling pur, herbeigesehnte Entschleunigung und angenehme Zerstreuung sorgt. So lädt die Priwall-Promenade mit Geschäften, Restaurants und Läden zum gemütlichen Flanieren ein, auch die "Markthalle" verbindet Shopping mit abwechlsungsreicher Gastronomie und das "BayCenter" liefert mit Schwarzlicht-Minigolf, Indoor-Spielplatz, Lazermaze, Abenteuergolf, Beachclub und vielem mehr auf jeden Fall eine vielfältige Auswahl für tolle Freizeitaktivitäten. Das Resort BeachBay Travemünde möchte sein Angebot ausdrücklich an jedwede Kategorie Urlauber richten, sodass Familien, Best Ager, Singles und Pärchen gleichermaßen entspannte Ferien vor der malerischen Kulisse des Priwalls genießen können.