Vier-Tore-Stadt am Tollensesee mit nahezu geschlossener Stadtmauer
Neubrandenburg liegt am Nordufer des Tollensesees und ist für seine mittelalterliche Wehranlage mit vier eindrucksvollen Backsteintoren bekannt. Der geschlossene Mauerring aus Feld- und Backstein misst rund 2,3 Kilometer, erreicht bis zu 7,5 Meter Höhe und prägt zusammen mit den Toren das Stadtbild – ein in Europa außergewöhnlich gut erhaltenes Ensemble der Backsteingotik.


Von der Stadtgründung zur „Vier-Tore-Stadt“
Die 1248 gegründete Stadt wuchs als Handelsplatz am Wasser und erhielt früh ihre Befestigung mit Wällen, Gräben, Wiekhäusern und Toranlagen. Die Tore – Friedländer, Neues, Stargarder und Treptower Tor – kontrollierten bis ins 19. Jahrhundert den Zugang, ehe die Mauer für Bahnhof und neue Verkehrswege geöffnet wurde. Heute sind die Anlagen saniert und zugänglich; der nördliche Fangelturm, einst Stadtgefängnis, ist erhalten.
Altstadterlebnis zwischen Backstein und Nachkriegsmoderne
Hinter der Mauer verbindet Neubrandenburg historische Substanz mit markanten Bauten der Nachkriegszeit. Am Markt fällt das Haus der Kultur und Bildung (HKB) mit dem 56 Meter hohen „Kulturfinger“ auf; die Aussichtsplattform bietet einen umfassenden Blick über Altstadt und See. Die gotische Marienkirche wurde nach 2001 als Konzertkirche neu erschlossen – außen Backstein, innen ein moderner Konzertsaal mit hervorragender Akustik.


Naturraum Tollensesee, Kulturpark und Strandbäder
Direkt an die Stadt grenzt der Tollensesee mit Uferwegen, Badestränden und dem weitläufigen Kulturpark – einer unter Denkmalschutz stehenden Parkanlage der DDR-Nachkriegsmoderne. Die bewachten Strandbäder Broda und Augustabad bieten flache Ufer, Liegewiesen und Sportflächen; von hier beginnt oft die Umrundung des Sees auf Rad- und Wanderwegen.
Viele Sehenswürdigkeiten und Erlebnismöglichkeiten zum Entdecken
Neben Stadtmauer, Stadttoren und der Konzertkirche locken Ausstellungen im ehemaligen Franziskanerkloster (Regionalmuseum), die städtische Kunstsammlung sowie Kunst im öffentlichen Raum – gerade im Kulturpark mit seinen plastischen Arbeiten. Auf dem Wasser erschließen Rundfahrten den See; an Land ergänzen Aussichtsturm, Strandbäder und Angebote wie Wasserski, LaserTag oder Escape-Rooms das Programm.
Attraktionen
Stadtmauer und Stadttore
Der Mauerring mit Wiekhäusern und den vier Toranlagen ist das Wahrzeichen der Stadt. Das westlich gelegene Treptower Tor gilt als repräsentativstes; Friedländer, Neues und Stargarder Tor komplettieren die Anlage. Wege auf und entlang der Wallanlagen erschließen die Befestigung rund um die Altstadt.
Konzertkirche St. Marien
Die gotische Hallenkirche aus dem 13. Jahrhundert wurde nach einem internationalen Wettbewerb zu einem Konzertsaal umgebaut. Der Entwurf von Pekka Salminen integriert einen „Saal im Saal“; heute bietet die Konzertkirche rund 800 Sitzplätze und ist Spielstätte der Philharmonie sowie der Festspiele MV. Turm und Ausstellungen sind zugänglich.
Haus der Kultur und Bildung (HKB) mit Aussichtsplattform
Der markante Komplex aus den 1960er-Jahren bildet mit dem Turmhochhaus die nördliche Marktflanke. Als zentraler Veranstaltungsort steht das Haus der Kultur und Bildung sowohl den Neubrandenburger Bürgern als auch für Messen und Touristen zur Verfügung. Von der Plattform reicht der Blick über die Vier-Tore-Stadt bis zum Tollensesee.
Städtische Museen in Neubrandenburg
Regionalmuseum im Franziskanerkloster
Im ältesten erhaltenen Gebäudekomplex der Stadt zeigt das Museum die Stadt- und Regionalgeschichte in einer modernen Dauerausstellung; weitere Standorte ergänzen das Angebot.
Kunstsammlung Neubrandenburg
Das städtische Kunstmuseum in der Großen Wollweberstraße präsentiert wechselnde Ausstellungen und Bestände der zeitgenössischen deutschen Kunst. Die Sammlung umfasst mehrere tausend Werke; das Haus bietet etwa 400 m² Ausstellungsfläche. Ein kleines Café lädt zum Verweilen nach dem Besuch der Ausstellung ein.
Kunst im öffentlichen Raum & Kulturpark
Zwischen Altstadt und See stehen zahlreiche Skulpturen und Ensembles – viele entstanden in der DDR-Zeit. Im Kulturpark sind u. a. die „Badenixe“ und weitere Plastiken denkmalgeschützt; ein Spaziergang verbindet Kunstpunkte mit Strand, Seeblick und Spiel- bzw. Sportflächen.
Fahrgastschiffe auf dem Tollensesee
Rundfahrten mit dem Fahrgastschiff „Mudder Schulten“ erschließen Tollensesee und – saisonal über den rund 800 Meter langen Kanal – die Lieps. Zusätzlich bedient Linienschifffahrt die Anleger rund um den See als Zubringer für Ausflüge. In den Sommermonaten können seltene Tierarten wie Fischotter, Seeadler, Eisvögel, Störche, Kiebitze und Kraniche in einem der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands beobachtet werden.
Aussichtsturm Behmshöhe
Südlich der Stadt erhebt sich der 1905 eröffnete, 34 Meter hohe Aussichtsturm. Von oben reicht der Blick über den Tollensesee und die waldreiche Hügellandschaft bis zur Stadt.
Strandbäder Broda und Augustabad
Die beiden bewachten Naturbäder am See bieten breite Badebereiche, Sportfelder und Gastronomie; Broda ist wiederholt mit der Blauen Flagge ausgezeichnet worden. Eine Wasserskianlage bietet einen besonderen Nervenkitzel
St. Josef / St. Lukas
Die katholische Kirche mit ihren doppelt gekrümmten Hyparschalendächern gilt als Beispiel der modernen Schalenbauweise von Ulrich Müther. Die von Müther entworfenen Hyparschalendächer überspannen filigran und nur sieben Zentimeter dick den Kirchenbau und die angeschlossenen Gemeinderäume.
Abenteuer & Action
In der Stadt ergänzen Freizeitangebote das klassische Sightseeing: Wasserski an der Seilbahn am Reitbahnsee, LaserTag, Escape-Rooms und Neon-Minigolf (Baltic Adventures) sowie Projekte wie die Skate- & BMX-Halle.