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Kleines Städtchen, große Vergangenheit

Einst entstand Bogense, damals wahrscheinlich noch unter dem Namen "Bøgeskov" bekannt, aus einer kleinen und unbedeutenden Siedlung, die im Jahr 1231 unter das Eigentum von König Valdemar Sejrs fiel und sich in dieser Zeit kaum weiterentwickelte. Allerdings erhielt Bogense bereits im Jahr 1288 das Stadtrecht, da sich der zu dieser Zeit herrschende König Erik VI. Menved persönlich dafür stark machte und Bogense auch im Jahr 1327 vom dänischen Handelshof offiziell als handelnde Stadt anerkannt wurde.
Doch eine konstante Entwicklung konnte der kleine Ort trotzdem nicht verzeichnen, obwohl sich hier sogar eine Adelsfamilie aus der normalen Bürgerschaft entwickelte und eine Einrichtung für Lepra-Kranke errichtet wurde. Dass Bogense dennoch nicht wachsen konnte, hatte leider eine schicksalshafte Ursache: ständig wurde der Ort von Unglücken heimgesucht. Ob erpresserische königliche Truppen, verheerende Brände oder sogar die grausame Pest - einst eine staatliche Ortschaft, lag Bogense am Ende des 16. Jahrhunderts praktisch am Boden.
Aber die wenigen Bewohner von Bogense, die all diese Schicksalsschläge überlebt hatten, gaben ihren geliebten Ort nicht auf. So wurden Häuser wieder aufgebaut und im 19. Jahrhundert entstand ein kleiner Hafen, der zunächst zwar recht provisorisch daherkam, jedoch für eine gewisse Industrialisierung ausreichte. Diese nahm in den darauffolgenden Jahrzehnten zu, eine Eisenbahnverbindung wurde geschaffen und Bogense erblühte zu neuem Glanz, der auch heute noch vorhanden ist.

Von Meerjungfrauen und Manneken Pis

Bogense fügt sich nicht nur auf Grund seines Erscheinungsbildes perfekt auf die Märcheninsel Fünen ein, es ranken sich auch zahlreiche Geschichten um das kleine Städtchen. So nahmen die Bürger einst an, dass sich Meerjungfrauen direkt in der Bucht vor dem Ort aufhielten und manchmal sogar durch das kleine Flüsschen schwammen, der sich auch heute noch durch Bogense schlängelt.
Die Geschichte des Manneken Pis in Bogense ist jedoch mehr als ein Mythos, denn sie fand tatsächlich statt. Die Statue wurde aus Dankbarkeit von dem Konsul Willem Fönns errichtet, der als Findling nach Bogense kam und dort von dem Metzgermeister Levinsohn adoptiert und großgezogen wurde. Heute ist der Manneken Pis in der Adelgade eine beliebte Touristenattraktion und besitzt für festliche Anlässe sogar eine eigene Garderobe.
Und wer einmal ein regelrechtes Zwergenhaus bestaunen möchte, der muss einfach nur auf den Marktplatz gehen; dort steht nämlich Dänemarks kleinstes Haus mitten auf dem Platz und trotzt mit seinen gerade mal 23 qm allen anderen Gebäuden des Ortes.

Weit mehr als "die kleine Schwester von"

Manchmal werden zynische Stimmen laut, die erwidern "Ach, du warst in Bogense? Das ist doch nur die kleine Schwester von Odense...", wenn sie von einem Aufenthalt in diesem wunderschönen Städtchen hören. Das ist natürlich weit gefehlt. Und es ist umso lustiger, wenn eben diese Stimmen verstummen, wenn sie selbst einmal diese märchenhafte Schönheit erlebt haben.
Bogense ist neben einer malerischen Kleinstadt auch eine fortschrittliche Ortschaft mit modernen Anlagen, einem großen Ferienhausgebiet, zahlreichen Geschäften sowie Speisestätten und Supermärkten. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass Bogense von Jahr zu Jahr immer beliebter bei erholungssuchenden Urlaubern wird - und mittlerweile immer öfter bewundernde Stimmen laut werden, wenn von Ferien in Bogense berichtet wird.

Wo Gemütlichkeit großgeschrieben wird

Bogense liefert also eine gelungene Mischung aus Geschichte und Moderne - und bietet vor allem eins: eine ordentliche Portion Gemütlichkeit. Nicht umsonst wirbt das Städtchen selbst mit dem Slogan "Fünens gemütlichste Kleinstadt", welchen die entspannten Bewohner fest als Lebensmotto ausgewählt zu haben scheinen.
Überall zieht ein märchenhafter Flair durch die alten Gassen, die idyllische Marina mit ihren 700 Liegeplätzen versprüht maritime Atmosphäre und die Landschaft lädt zu ausgiebigen Erkundungstouren zu Fuß, mit dem Rad oder auch hoch zu Ross ein. Von Bogense aus kann die unbewohnte Insel Æbleø (zu Deutsch "Apfelinsel") nicht nur aus der Ferne bewundert werden, es gibt auch einen Zugang über den "Ebbeweg" oder per Bootsfahrt.
Und nach einem - natürlich gemütlichen - Bummel durch die alten und neuen Teile des Ortes steht einem ausgelassenen Badetag am Marina-Strand nichts im Wege. Der Strand ist sehr kinderfreundlich, das Wasser wurde auf Grund seiner hervorragenden Qualität mit der "blauen Flagge" ausgezeichnet und Aktivitäten wie Beachvolleyball, Strandlaufen und Sandburgenbauen ist hier problemlos möglich.
Durch seine vielen Geschäfte, Kunsthandwerker, Museen und diversen Freizeitmöglichkeiten wie Tennis, Angeln und Golf sowie Minigolf haben Bogense und sein direktes Umland also genügend Abwechslung zu bieten - und müssen sich gewiss nicht hinter einer anderen Stadt der Insel verstecken.