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Vor den Toren von Nordeuropas größtem Nationalpark

Mit knapp 8.000 Einwohnern ist Skjern heute die zweitgrößte Stadt in der Ringkøbing-Skjern-Kommune und liegt malerisch an der Skjern Å (zu Deutsch Skjern Au), die vom ungefähr 7km entfernten Ringkøbing Fjord gespeist wird und sich über die Skjern Enge, Dänemarks einziges Flussdelta, verzweigt. Das macht die Kleinstadt, die nach dänischer Definition somit als "Købstad" bezeichnet wird, vor allem für Angler (denen vielleicht der "Skjern Å Lachs" bereits ein Begriff ist), Kanuten und auch für Ornithologen sehr spannend - Naturerlebnis pur steht hier an erster Stelle, weswegen in dem Gebiet auch ein Nationalpark entsteht. Den Stadtplanern des heutigen Skjern war es wohl ebenfalls daran gelegen, dass sich Dänemarks Stadt mit dem jüngsten Marktrecht (erst im Jahr 1958 erhalten) sehr naturverbunden zeigt; so gibt es überall "grüne Plätze" zu entdecken, die liebevoll gestaltet wurden und zum gemütlichen Verweilen einladen, was von den Einwohnern, die für ihr freundlich-entspanntes Wesen bekannt sind, sehr gerne genutzt wird.

Von Skulpturen und Steinen

Neben seiner landschaftlich reizvollen Lage punktet die geschäftige Handelsstadt aber auch mit allerlei interessanten Skulpturen, die überall im Ortsgebiet aufgestellt wurden und es kommen immer wieder neue Kunstwerke hinzu - etwa wie "das Superei" aus dem Jahr 1999, welches durch seine neu interpretierte geometrische Bauweise auch internationale Bekanntheit erlangte oder wie der "Jubiläumsstein" von 2008, welcher durch die verwendete Symbolik eine enge Verbindung zu Skjern vermitteln soll und anlässlich des 50-jährigen Marktrechts der Stadt aufgestellt wurde.
Es gibt aber auch Skulpturen, die haben das Zeug zum landesweiten Bezug. Die Bronzestatue "Holger Danske" ist so ein Monument. Im Jahr 2013 ersteigerten kunstliebende Unternehmer und Einwohner die Statue des sagenumwobenen Nationalhelden, der einer Legende aus dem 12. Jahrhundert nach "sitzend sich aus dem Steine erhebt und wieder zum Mensche wird", wenn seinem Dänemark Gefahr durch Feinde droht. Die ältesten "Kunstwerke" von Skjern dürfen hier aber auch nicht unerwähnt bleiben: die "Runensteine von Skjern". Sie wurden um einiges vor der ersten schriftlichen Erwähnung von Holger Danske vermutlich im 10. Jahrhundert in Stein gehauen und verweilen heute auf dem städtischen Kirchhof. Der kleinere von beiden ist leider stark beschädigt und seine Inschrift kaum mehr zu entziffern; der große Runenstein aber ist ganz hervorragend erhalten und präsentiert eine Maskenritzung sowie ein Runenband.

Bummeln und Baden? Kein Problem!

Selbst beim beschaulichen Spazieren kann erneut eine Legende entdeckt werden, denn vor den Toren der Stadt befindet sich die "Kong Hans Bro" (zu Deutsch "König Hans Brücke"). Erzählungen nach wurde diese an genau der Stelle errichtet, wo sich einst eine Furt durch die Skjern Au befand, an der das Pferd von König Hans stürzte und der Herrscher daraufhin ins Wasser fiel. In der Legende aus dem 16. Jahrhundert heißt es weiter, dass er sich bei dem Sturz ins eiskalte Wasser eine Lungenentzündung zuzog und an dieser schließlich verstarb. Wer nach all den Sagen und Legenden erst einmal eine Stärkung braucht, der wird in der munteren Kleinstadt auf jeden Fall fündig werden, denn an vielen Ecken locken Cafés und Restaurants mit ihren leckeren Speisekarten. Und anschließend ist dann auch wieder genügend Energie vorhanden, um die gut ausgestatteten Fachgeschäfte, Boutiquen und Einkaufsläden von Skjern auf einer gemütlichen Shoppingtour zu entdecken. Natürlich ist noch hinzuzufügen, dass auch Strandnixen und Wasserratten in der Umgebung von Skjern voll auf ihre Kosten kommen, denn direkt am Ringkøbing Fjord finden sich tolle Badestrände, wie etwa in Stauning, Skaven Strand und Skuldbøl.

Attraktionen

Danmarks Flymuseum

Auf einem Gelände von 7.600 m², auf das auch Hunde an der Leine mitgebracht werden dürfen, werden insgesamt 56 Flugzeuge und Hubschrauber ausgestellt, die aus Dänemark und auch aus dem Ausland stammen. 8 der ausgestellten Modelle sind zudem weltweit nur als dieses eine Exemplar vorhanden und 16 Flugzeuge sind auch heute noch flugfähig. Zu erleben sind diese in kleinen Flugshows, die am Tage und manchmal auch am Abend stattfinden. Weiter befindet sich auf dem Gelände ein Kino, ein Kiosk und ein Luftwaffemuseum, das über die Geschichte und Bedeutung der militärischen Einrichtung berichtet.

Dejbjerg Jernalder

Im "Dejbjerg Jernalder" (zu Deutsch "Dejbjerg Eisenalterdorf") werden 2000 Jahre dänische Geschichte vor den Augen der Besucher wieder lebendig. Vor allem in den Sommermonaten findet hier eine umfangreiche Dorfbelebung statt, da grast das Vieh auf der Weide und auf dem Feld bestellen die Bauern ihr Land. Bogenschießen, Lederverarbeitung und Schmieden laden zum Mitmachen ein und vor allem die kleinen Gäste können hier die spannende Historie hautnah erfahren. Die Rekonstruktion eines der beiden international bekannten Dejbjerg-Wagen aus dem 1. Jahrtausend vor Christus ist zudem das herausragende Ausstellungsstück. Die eisenzeitliche Siedlung von Dejbjerg ist Teil des Ringkøbing-Skjern Museums.

Ringkøbing-Skjern Museum

Das Ringkøbing-Skjern Museum ist schon eine kulturelle Besonderheit, denn es wird aus 14 für sich selbst stehenden Gebäuden, Einrichtungen und Ausstellungen gebildet. Wird das gesamte Gebiet rund um den Fjord zusammengerechnet, so kommt eine Strecke von 150 km Länge zusammen; von daher wurde entschieden, dem Museum einfach mehrere Standorte zu geben. So gehört zum Beispiel der Wikingerhafen in Bork Havn ebenso dazu wie das "Dejbjerg Jernalder" oder eine holländische Windmühle. Dem Ringkøbing-Skjern Museum ist es in seiner Vielfältigkeit sehr wichtig, über die Besonderheit der Region am Fjord aufzuklären und dabei vor allem auf die einzigartige kulturhistorische Entwicklung aufmerksam zu machen.

Skjern Å Naturprojekt

In den 1960ern wurden im Flusstal der Skjern Å (Skjern Au) mittels eines groß angelegten Entwässerungsprojekts rund 4000 Hektar Wiesen und Sumpfgebiete freigelegt und in Ackerflächen umgewandelt, die zunächst durch Vieh und später auch durch moderne Landwirtschaftsmaschinen bestellt wurden. Dass dieser harte Eingriff in das sensible Ökosystem des wasserreichsten Flusses von Dänemark nicht vertretbar ist, fiel bereits 30 Jahre später auf; seitdem werden zahlreiche Renaturierungsmaßnahmen unter dem Namen "Skjern Å Naturprojekt" auf rund 2.200 Hektar des einst entwässerten Gebiets vorgenommen, um diese Fläche wieder in ihren ursprünglichen Zustand als Feuchtbiotop zurückzuversetzen.
Das "Skjern Å Naturprojekt" ist Nordeuropas größtes Projekt zur Wiederherstellung der Natur und wird durch staatliche Subventionen gespeist. Auch soll die Auenlandschaft der Naherholung und der Freizeit dienen; die Verbesserung der Lebensbedinungen der dort lebenden Tieren und der Wasserqualität des Ringkøbing Fjords stehen jedoch im Vordergrund. In der Ausstellung "Alle Tiders Å", die sich in der Bredgade 73-77 in Skjern befindet, wird allerlei Wissenswertes über das Naturprojekt und die lange Geschichte des Flusstales erzählt.